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Genomis­che Selek­tion bei Bienen?

Haben Sie gewusst, dass einige in der Bienen­zucht spezial­isierte Imker die jun­gen König­in­nen kün­stlich befruchten?

Die jun­gen Kön­nig­in­nen ver­lassen ihr Volk im Prinzip nur ein­mal in ihrem Leben, für den Begat­tungs­flug. Um die grösst­mögliche biol­o­gis­che und genetis­che Diver­sität in der Kolonie zu ermöglichen, lässt sich die Köni­gin im Flug von 710 Drohnen und mehr befruchten. Sie kon­serviert anschliessend die Samen dieser ver­schiede­nen Drohnen in einer kleinen, speziell dafür vorge­se­henen Samenblase.

Eine weit­ere Spezial­ität der Bienenkönig­in­nen ist, dass sie je nach Grösse der Zellen, welche die Arbei­t­erin­nen vor­bere­itet haben, passende Eier hinein­legt. In jene Waben­zelle mit nor­malem Durchmesser von 5,3 mm legt sie ein befruchtetes Ei. Aus diesem Ei schlüpft eine weib­liche Biene. In die Zellen mit 6,3 mm Durchmesser legt sie ein unbe­fruchtetes Ei, woraus eine Drohne entsteht. Auf Grund dieser unbe­fruchteten Eier sind die Drohnen, welche daraus schlüpfen, genetisch iden­tisch mit ihrer Mut­ter, der Königin.

Dieses Phänomen haben sich die Zucht­ber­ater der SAR (Société Romande des Apicul­teurs) und ins­beson­dere jene des Kan­tons Freiburg zu Nutze gemacht. Auf der Alp Petit-​Mont befindet sich die einzige kan­tonale Befruch­tungssta­tion für die Rasse Car­nica. Die Bienen­züchter brin­gen dann im Früh­jahr, nur Bienen­stände mit Drohnen dieser aus­gewählten und prämierten Köni­gin. Sämtliche Drohnen dieser Stände sind also genetisch identisch.

Seit let­ztem Jahr wird die Rein­heit der Zuchtlin­ien durch regelmäs­sige DNA-​Analysen überwacht und kon­trol­liert. Die Zucht­ber­ater des Kan­tons Freiburg der Rasse Car­nica und von den anderen Rassen, sind sehr aktiv und leis­ten eine enorme Arbeit für die Selek­tion und den Zucht­fortschritt der Bienen. Die Resul­tate dieser Arbeit wer­den bei aus­gewählten Prüf­stän­den gemessen. Gemäss einem genauen Pro­tokoll wer­den gle­ichzeitig zwölf König­in­nen auf dem gle­ichen Prüf­s­tand inte­gri­ert. Während der zwei­jähri­gen Test­phase wer­den zahlre­iche Mes­sun­gen gemacht. Nur die besten Kan­di­datin­nen wer­den zu Stammkönig­in­nen weit­ergezüchtet. Das Schul-​Bienenhaus von Grangeneuve nimmt eben­falls an diesem Prüf­pro­gramm teil.

Die nötige Unter­stützung für die Entwick­lungsar­beit bei der Rasse Car­nica (Apis mel­lif­era car­nica) geht auf eine Inter­pel­la­tion an den Bun­desrat in den 50er-​Jahren zurück. Deren Folge war die Grün­dung der Gruppe der Zucht­ber­ater der SAR und die Grün­dung eines Zen­trums für Bienen­forschung, welches heute in Agro­scope inte­gri­ert ist.

Das Amt für Land­wirtschaft (LwA) unter­stützt die Arbeit der Zucht­ber­ater des Kan­tons Freiburg regelmäßig mit einer finanziellen Beteili­gung an zielführen­den Mass­nah­men. Die Unter­stützung des LwA bein­hal­tet die genetis­che Verbesserung der Freiburger Bienen. Die reinen Lin­ien wer­den nach den Kri­te­rien San­ft­mut, Waben­stetigkeit, Pro­duk­tiv­ität, Putzver­hal­ten, geringe Nei­gung zum Auss­chwär­men und teil­weise auch nach Waben­wirrbau selektioniert.

Olivier Pit­tet und Eric Dorthe

Tags: bienen­hal­tung

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