Alter­na­tiven zu Antibiotika

Ver­fasst am . Veröf­fentlicht in Pro­duc­tion ani­male /​Tier­pro­duk­tion

Ger­ade in Zeiten, in denen die Antibi­otikare­duk­tion auch in der Tier­hal­tung in den Vorder­grund rückt, wer­den alter­na­tive Behand­lungsmeth­o­den immer wichtiger. So steigen die Anzahl Behand­lun­gen mit Homöopathie und Phy­tother­a­pie stetig.

Die Homöopathie wird oft kon­tro­vers disku­tiert. Fakt ist, dass nur wenige Stu­dien ihre Wirkung bele­gen. Fakt ist aber auch, dass es mit der Indi­vid­u­al­ität von homöopathis­chen Behand­lun­gen sehr schwierig ist, deren Wirkung zu bele­gen. Bere­its vor rund 200 Jahren hatte Samuel Hah­ne­mann die Homöopathie entwick­elt. Bei einem Selb­stver­such mit einer Pflanze stiess er auf das Ähn­lichkeits­ge­setz. Dieses besagt, dass eine Krankheit am besten mit einem Mit­tel geheilt wer­den kann, das beim gesun­den Organ­is­mus möglichst ähn­liche Symp­tome her­vor­ruft. Nach­dem er die Arzneistoffe zur ther­a­peutis­chen Anwen­dung verdün­nte und schüt­telte, zeigte sich, dass sich die Heil­wirkung dabei verstärkte.

Eine weit­ere Behand­lungsmöglichkeit ist die Phy­tother­a­pie. Sie hat eine lange Tra­di­tion und bedeutet die Heilung mit rohen Medi­z­inalpflanzen oder Zubere­itun­gen davon. Also zum Beispiel in Form von Aufgüssen oder flüs­si­gen Extrak­ten. Ein grosser Vorteil dieser Behand­lungsmeth­ode ist, dass bei richtiger Dosis und lim­i­tiertem Mis­chen anderer Pflanzen, nur sehr wenig uner­wün­schte Neben­wirkun­gen auftreten.

Die Homöopathie und die Phy­tother­a­pie sind zwei Heil­meth­o­den für Nutztiere, welche Antibi­otika zumin­d­est teil­weise erset­zen kön­nen. Um die Land­wirte dabei zu unter­stützen, wurde 2012 das Pro­jekt Komet­ian ins Leben gerufen. Der inzwis­chen als Verein geführte Beratungs­di­enst, steht mit­tels einer 24-​Stunden-​Hotline und über 20 Tierärzten, Tier­heil­prak­tik­ern und Tier­homöopa­then stets bereit. Die Beratung bein­hal­tet sowohl Empfehlun­gen per Tele­fon gemäss Symp­tombeschrei­bun­gen, als auch Beratun­gen auf dem Betrieb. Eine Grund­vo­raus­set­zung bleibt aber in jedem Fall die genaue Beobach­tung des Tieres durch den Tier­hal­ter. Seit 2019 ist Komet­ian neu auch in der Westschweiz und in franzö­sis­cher Sprache aktiv.

Grangeneuve organ­isiert in Zusam­me­nar­beit mit Komet­ian einen Weit­er­bil­dungskurs zum Thema „Alter­na­tiven zu Antibi­otika – Welche Möglichkeiten gibt es beim Rind­vieh?“. Zen­tral sind dabei die Praxis­er­fahrun­gen von Doris Pellet-​Lehmann, Tierärztin bei Komet­ian, und eines involvierten Betrieb­sleit­ers. Der Kurs findet am 05. Feb­ruar 2020 in Grangeneuve statt. Melden Sie sich per Tele­fon an 026 305 58 00 oder unter www​.beratung​-fr​.ch bis am 17. Jan­uar 2020 an.

Olivier Ruprecht

Tags: Antibi­otika, Reduk­tion des Antibiotikäeinsatzes

Drucken